Liebe Newsletter-Empfängerinnen,
15. Mai und 15. Oktober im letzten Jahr – nun in diesem Jahr der 15. Januar und auch bald schon der 12. Mai 2012, der Jahrestag des 15. Mai (na ja, der 12. ist halt der Sonntag vorher), an dem in Madrid die „Indignados“ – wieder einmal zur Überraschung aller Beobachter – arabische Tahrir-Momente und Camps nach Europa und damit auch in demokratische Länder „importierten“. Der 15. hat sich jetzt also offensichtlich als beliebter Tag für globale Proteste eingebürgert. Wie viele Menschen sich an diesem Sonntag wohl öffentlichen Raum nehmen für Ihre gemeinsamen Aktionen für mehr Demokratie, Transparenz, soziale Gerechtigkeit, Bürgerbeteiligung und vieles mehr … ?
Hier jedenfalls die Termine für die ca. 2o Orte in Deutschland, in denen bisher etwas geplant ist:
Globaler Aktionstag 15J -> Termine in Deutschland auf Facebook + hier auch ein Pad http://piratenpad.de/15J (in dem ebenso wie bei Facebook weitere Termine eingetragen werden können!) – aktuelles ist auch bei Echte-Demokratie-Jetzt auf Facebook zu finden.
Zum Jahreswechsel noch etwas Rückblick, Analyse und Vorschau – unterhaltsam, klug oder auch bewegend:
Wie ein persönlicher Rückblick nach 50 Jahren auf Tage wie etwa den 15. Oktober 2011 einmal aussehen könnte, zeigt dieser kleine Monolog einer „alten“ Frau: „Das hat Geschichte ja manchmal so an sich, das alles hinterher so wirkt, als hätte es gar nicht anders passieren können.“ (2min)
Zudem einige interessante Zeitungsartikel mit und über Mark Greif, einen amerikanischen Intellektuellen, der das Geschehen von Occupy Wall Street mit begründet hat, seitdem reflektiert und eine besondere Bedeutung der Camps in der Bewegung sieht:
11.1.12 stuttgarter-zeitung.de: Unkraut rupfen mit fremden Gärtnern (Interview)
10.1.12 faz.net: Zukunft der Protestbewegung: Mehr Occupy wagen
Im ersten wird Mark Greif gefragt: Wo steht denn die Occupy-Bewegung in New York?
MARK GREIF: Ich vermisse den Park persönlich sehr. Ich empfinde es als ungemeinen Verlust nicht mehr mit Fremden, die Interesse an den gleichen politischen Veränderungen haben, von Angesicht zu Angesicht reden zu können. Ich glaube, das kann nicht ersetzt werden. Ich glaube zwar daran, dass die Occupy-Bewegung weitergeht, dass Einzelne und Gruppen weiter ihre Ziele verfolgen. Aber es war etwas sehr Außergewöhnliches, andere Amerikaner nicht durch das Fernsehen zu sehen, vermittelt durch falsche Deklarationen angenommener Wahrheiten.
Also glauben Sie, die Besetzung von öffentlichem Raum ist essenziell für Occupy?
GREIF: Ja, die Bestätigung, dass es andere Leute gibt, die genauso fühlen wie man selbst, ist essenziell.
Und in der FAZ war unter „Mehr Occupy wagen“ zu lesen: „Das Angenehme an der Occupy-Bewegung in beiden Ländern (USA und D) ist aber, dass eben nicht nur besetzt und skandiert, sondern auch, wie in einer Open-Air-Universität, ein neues politisches Denken versucht wird. Das Grundgefühl, das auch Occupy befeuert, ist länderübergreifend das, was Eli Schmitt in der „Occupy“-Zeitschrift eine massive „Entfremdung vom politischen System“ nennt. Occupy ist zeitgleich mit einer internationalen Krise der repräsentativen Demokratie entstanden – und diese Krise ist vor allem eine ihrer Repräsentanten.“
Auch in Israel ist weiter Bewegung, und es sind wieder die Frauen (wie bei der größten Demonstration am 14. Juli 2011), die für Rechte eintreten – diesmal ihre eigenen, und das mit einem Flashmob:
Wer sich mit tieferen Hintergründen und Aussichten der gegenwärtigen, globalen Bewusstseins-Veränderungsbewegung beschäftigen möchte sei auf zwei Interviews hingewiesen:
–„Sei der Wandel, den du in der Welt sehen willst“ mit Ervin Laszlo (Zukunftsforscher, Musiker, Professor) (53 min): „Alles geht auf Individuen zurück“, sagt er. Man müsse bei sich selbst anfangen – „ein Bewusstsein dafür entwickeln, anders denken zu können, seine Rolle in der Welt hinterfragen, um etwas Positives herbeizusteuern.“ So müsse man Krisen entgegentreten und könne tatsächlich etwas verändern.“
–„The Occupy Movement and Embodied Leadership“mit Thomas Hübl (Spiritueller Lehrer) (22 min): „So intensity, clarity, connection, right leadership, leadership out of wisdom, these are the things that this movement needs. And then maybe something new can arise.“
Demnächst kann man übrigens auch einen französischen Spielfilm (inkl. histoire d’amour) über die „Indignados“, die „Empörten“ in Spanien sehen, der die diesjährige Berlinale 2012 am 9. Februar eröffnen wird. Hier der Trailer mit Infos zum Film.
Und zum Schluss noch eine Occupy-Hymne aus Hawai, über die in unserem neuen Blogbeitrag zu lesen ist: In Honolulu die Wahrheit sagen: “We are the many”
Dir einen schönen 15. Januar, was auch immer Du gemeinsam mit anderen Menschen machen wirst, wo und wie du deine Wahrheit zum Ausdruck bringst …
Herzliche Grüße
Tom + Uli
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